Ab in die Pilze und nachhaltig sammeln!

Steinpilze sind nicht nur schmackhaft sondern auch seht gesund.

Endlich ist es Herbst und der Wald lädt ein zum Pilze sammeln. In schier grenzenloser Vielfalt und in allen erdenklichen Varianten, Formen und Farben verzaubern Pilze nun wieder Wiesen und Wälder. Ob es ein gutes oder schlechtes Pilzjahr wird, ist stark vom Wetter abhängig. Wenn das Frühjahr eine gewisse Feuchtigkeit aufweist und ebenfalls im Spätsommer und Herbst feuchtwarmes Klima herrscht, sind beste Voraussetzungen für erfolgreiches Pilze sammeln gegeben.

Im wundersamen Reich der Pilze vom Alltag erholen

Pilzkorb
Plastiktüten sind beim Pilze sammeln tabu! Mit einem geflochtenen Korb ist man hingegen gut ausgestattet.

Das Eindringen in das faszinierende Reich der Pilze bringt einen Hauch von Spannung und Abenteuer mit sich, denn man weiß vorher nie, welche Überraschungen der Wald bereithält. Auch wenn man keine essbaren Pilze vorfindet, so sind Pilze allemal hübsch anzuschauen und ein Ausflug in den Herbstwald hat zudem einen prima Erholungswert und bringt willkommene Abwechslung in das Alltagsgeschehen. Ausgestattet mit Korb und scharfem Messer sowie festem Schuhwerk kann es endlich losgehen – ab in die Pilze!

Auf Nummer sicher gehen: Pilzführungen und Pilzberatungsstellen sehr empfehlenswert!

Pilz-Laien sind gut beraten sich einer sachkundigen Pilzführung anzuschließen, die zahlreiche Umwelt- und Naturschutzverbände alljährlich in ihrem Veranstaltungsprogramm anbieten. Vom Pilze sammeln anhand eines Pilzbuches oder Fotos ist dringend abzuraten, denn so lassen sich die Früchte des Waldes in vielen Fällen nicht eindeutig bestimmen. Zu groß ist die Verwechslungsgefahr, da sich viele Sorten sehr ähneln und es einfach zu viele verschiedene Pilzarten gibt. Ebenfalls ist es empfehlenswert die gesammelten Schätze von Pilzsachverständigen und den meist kommunal betriebenen Pilzberatungsstellen begutachten zu lassen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Fliegenpilze im LIcht der Sonne
Charakteristisch für den roten Fliegenpilz sind die weißen Flocken, die allerdings vom Regen häufig abgewaschen werden. Fliegenpilze kommen in Nadel- und Laubwäldern vor.
Beim Pilze sammeln sollte man wichtige Grundregeln beachten. Die oberste aller Regeln überhaupt ist, nur die Pilze zu sammeln, die man zu Hundertprozent auch wirklich kennt. Alles andere muss man unbedingt stehen lassen, denn die Gefahr einer Pilzvergiftung ist kein Pappenstiel, sondern birgt lebensgefährliche Gesund- heitsrisiken. Vergiftungszen- tralen haben im Herbst alle Jahre viel zu tun.

Das Gefährliche ist, dass sich viele Pilzgifte oft erst viele Stunden nach Verzehr mit Gesundheitsstörungen bemerkbar machen, mit nicht selten einhergehenden ernsthaften Folgen für Leib und Leben. Auch kann der Verzehr mancher Pilzarten in Kombination mit Alkohol die Gesundheit schädigen. Vielfach wird unterschätzt, dass Pilzgifte bleibende Langzeitschäden verursachen und ihre Wirkung im schlimmsten Fall sogar tödlich enden kann. Ebenfalls sollte man Pilze niemals in Plastiktüten sammeln und keinesfalls zu lange lagern, denn dadurch können sie leicht verderben und zu Vergiftungen führen. Deswegen ist beim Pilze sammeln absolute Vorsicht geboten!

Pilze sammeln für den persönlichen Gebrauch – den Wald nicht plündern!

Knollenblätterpilze zählen zu der Gattung der Wulstlinge (Amanita).
Der Knollenblätterpilz wird häufig mit dem Champignon verwechselt. Knollenblätterpilze sind hochgiftig. Ihr Pilzgift wirkt tödlich.

Hat man einen bekannten und essbaren Pilz entdeckt, sollte man ihn vorsichtig mit dem Messer abschneiden. Ist man sich jedoch unsicher, sollte man den Pilz vorsichtig aus dem Boden drehen, um auch die unterirdischen Teile begut- achten zu können.

So lassen sich beispielsweise die hochgiftigen Knollenblätterpilze bestimmen, die häufig mit Champignons verwechselt werden. Die beim Herausdrehen entstehenden Bodenlöcher sollte man wieder zudrücken bzw. mit Erde schließen, um die Austrocknung des Pilzgeflechtes zu verhindern. Giftige und ungenießbare Pilze, die man nicht sammelt, sollte man nicht zerstören, was eigentlich als Selbstverständlichkeit anzusehen ist. Aber leider gibt es immer wieder Besucher im Wald, die Pilze mutwillig kaputtmachen und der Natur damit unnötigen Schaden zufügen.

Pilze sind wichtig das Ökosystem Wald, denn sie zersetzen beispielsweise abgestorbene Pflanzen und Totholz und versorgen den Waldboden mit wertvollem Humus. [/caption]Denn Pilze übernehmen wichtige Funktionen in der Natur und sind äußerst wertvoll für das Ökosystem Wald. Pilze Verbreiten sich durch das Abgeben von Sporen in die Umwelt, was über den Fruchtkörper geschieht. Pilze stehen unter Artenschutz und dürfen nur auf Grund einer Ausnahmeregelung der Bundes-Artenschutzverordnung in geringen Mengen für den persönlichen Gebrauch gesammelt werden.

Pilze sind wichtig das Ökosystem Wald, denn sie zersetzen beispielsweise abgestorbene Pflanzen und Totholz und versorgen den Waldboden mit wertvollem Humus.
Pilze sind wichtig das Ökosystem Wald, denn sie zersetzen beispielsweise abgestorbene Pflanzen und Totholz und versorgen den Waldboden mit wertvollem Humus.
Das Sammeln mancher Pilzarten ist sogar völlig verboten. Das ist vielen Pilzsammlern scheinbar völlig unbekannt, denn nicht selten plündern sie das Pilz- vorkommen mit hoch gefüllten Körben oder gar Plastiktüten. Doch man sollte daran denken, dass auch andere Pilzfreunde noch etwas zum sammeln finden möchten. Waldgebiete sind häufig in Privatbesitz, was ebenfalls sammeln zu beachten gilt. Zudem stehen Pilze auf dem Speiseplan vieler Tiere. Deswegen ist die Wahrung von Artenschutz und Nachhaltigkeit beim Pilze sammeln sowie Maß halten mehr als wünschenswert.

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