Achtung – Schadstoffe aus dem Gartenschlauch!

Häufig sind Gartenschläuche mit Schadstoffen belastet.

Es will gut überlegt sein, welchen Schlauch man zur Bewässerung im Garten benutzt. Das wird durch die aktuelle Untersuchung von ÖKO-TEST verdeutlicht, denn sie bringt Unerfreuliches zutage. Viele der 15 untersuchten Gartenschläuche sind stark mit Schadstoffen belastet und wurden demzufolge mit mangelhaft und ungenügend bewertet.

Die ausgewählten Exemplare sind mehrheitlich aus PVC (Polyvinylchlorid) beschaffen, das bereits seit Jahrzehnten in öffentlicher Kritik steht. Lediglich drei der getesteten Schläuche sind aus Kautschuk hergestellt.

Weichmacher und viele weitere Umweltgifte

Während der Produktion von PVC und ebenso bei der Entsorgung in Müllverbrennungsanlagen, können toxische Dioxine entstehen, die die Umwelt stark belasten. Dioxine sind Langzeitgifte, die sich u. a. im Fettgewebe von Mensch und Tier anreichern können und ein erhebliches Risiko für Umwelt und Gesundheit darstellen. PVC ist alles andere als umweltfreundlich, denn nicht nur bei der Produktion und Entsorgung, sondern auch das Material an sich, hat es in sich!

Zahlreiche Umweltgifte wie Blei, organische Zinnverbindungen und jede Menge Weichmacher, u. a. Phthalate, die man auch als endokrin wirksame Substanzen (EAS oder ECD) bezeichnet, da sie in den Hormonhaushalt eingreifen und möglicherweise die Gesundheit langfristig schädigen, können in PVC enthalten sein. Desweiteren wurden die Kunststoffe der Gartenschläuche auf Verunreinigungen mit PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) untersucht, die als krebserregend gelten.

Weniger ist mehr!

Seit der 2005 von ÖKO-TEST durchgeführten Untersuchung von Gartenschläuchen haben einige Hersteller ihre Hausaufgaben gemacht und zeigen, dass man PVC auch mit weniger bedenklichen Schadstoffen herstellen kann. Demnach erhielten die Produkte von fünf Herstellern bei der aktuellen Untersuchung auf Inhaltsstoffe das Testergebnis „befriedigend“, vier davon auch im Gesamturteil. Diese Gartenschläuche enthalten anstelle der besonders in Kritik stehenden Phthalaten Ersatzweichmacher. Allerdings sind die Alternativen nach heutigem Kenntnisstand noch nicht abschließend bewertbar. Laut Ausführungen des Umweltbundesamt (UBA) in Berlin, ist auch bei DEHT der Verdacht gegeben, dass der Ersatzweichmacher die Fruchtbarkeit schädigen kann.

Ebenfalls weisen diese Gartenschläuche lediglich Spuren von PAK auf und sind zusätzlich nicht mit weiteren Schadstoffen belastet. Im Praxistest lieferten zwei der fünf schadstoffarm abschneidenden Exemplare, sehr gute Ergebnisse.

Krebserregende PAK in synthetischem Kautschuk

Die drei untersuchten Schläuche aus synthetischem Kautschuk sind leider nicht empfehlenswert, da sie stark erhöhte Werte von PAK aufweisen. Zusätzlich fällt der hohe Preis der Gummischläuche negativ ins Gewicht. Im Gesamturteil erhielten sie deshalb nur ein „mangelhaft“. Die mit „ungenügend“ bewerteten Produkte beinhalten ebenfalls problematische Phthalate und weitere Ersatzweichmacher, die in Kritik stehen, ins Hormonsystem einzugreifen und fortpflanzungsschädigend zu wirken.

Risiko für Umwelt und Gesundheit

Da Gartenschläuche im Garten häufig viele Stunden in der Sonne liegen und starker Hitzewirkung ausgesetzt sind, hat ÖKO-TEST zusätzlich untersucht, inwieweit sich Umweltgifte auch im Gießwasser nachweisen lassen. Die stark mit Schadstoffen belasteten PVC- und Kautschuk-Gartenschläuche gaben geringe Mengen an PAK, Phthalaten, zinnorganische Verbindungen, Ersatzweichmacher und Spuren von Nitrosaminen ins Wasser ab, zwei Produkte allerdings erhebliche Mengen an toxischem Bisphenol A (BPA). Bisphenol A ist als hormonell wirksame Chemikalie seit vielen Jahren hoch umstritten. Die wasserlösliche Chemikalie steht in Verdacht bereits in geringen Konzentrationen in den Hormonhaushalt einzugreifen und die Gesundheit nachhaltig schädigen zu können.

So schadstoffarm wie möglich

Die generelle Empfehlung von Öko-Test lautet, das sich noch im Gartenschlauch befindliche abgestandene Restwasser keinesfalls zu trinken und ebenso nicht als Gartendusche zu verwenden. Hingegen sollte man dieses zum Gießen von Rasen und Pflanzen verwenden, bevor man anfängt Obst und Gemüse mit frischem Wasser zu gießen.

Mit einem schadstoffarmen Schlauch, den man am besten an einer überwiegend schattigen Stelle im Garten platziert, hält man das Risiko weitestgehend gering Obst und Gemüse mit Schadstoffen aus dem Gartenschlauch zu kontaminieren. Denn schließlich möchte man den Lohn der Mühe in vollen Zügen mit Appetit genießen!

5 Gedanken zu “Achtung – Schadstoffe aus dem Gartenschlauch!

  1. Pflänzchen

    o Gott o Gott, da wird ja mein Rasen vergiftet!!
    Deshalb haben meine Grashalme schon Haarausfall.

    Antwort
    1. Maria Herzger

      Beitragsautor

      Die Problematik erschließt sich weitaus komplexer als man denkt, denn wer mag schon gerne Weichmacher, Schwermetalle und weitere Schadstoffe auf seine Gartenkräuter gießen!?

      Außerdem gelangen unsere Hinterlassenschaften mit der Zeit allesamt im Grundwasser und landen letztendlich auch im Trinkwasser. Die Natur braucht uns nicht, umgekehrt wir aber sie! Demnach ist es unabdingbar, die Umwelt zu schätzen und nachhaltig zu agieren, anstatt die Menschen-verursachten Probleme unserer Umwelt durch Zynismus zu bagatellisieren...

      Antwort
      1. Manuela Breil

        Guter Kommentar und sehr gute Darstellung der Problematik!
        Danke und liebe Grüße , dass es noch so vernünftige Menschen wie Sie gibt !
        Manuela B.

        Antwort
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