Artenreichtum durch Waldschutz

Alter Baumstamm

Der Wald ist ein einzigartiges Ökosystem von unschätzbarem Wert und herausragenden Eigenschaften in der Natur. Als effektiver CO2-Speicher verdient der Wald besondere Aufmerksamkeit und bedarf intensiver Schutzmaßnahmen, denn er nimmt bedeutsamen Einfluss auf das Klima. Er reinigt die Luft und ist zugleich ein wirkungsvoller Sauerstofflieferant. Ebenso reguliert der Wald den Wasserhaushalt und wirkt erfolgreich gegen Erosion und dient gleichzeitig als wichtiger Windschutz. Außerdem liefert er nachwachsende Rohstoffe und Brennstoff für die Holzindustrie. Uns Menschen kommt der Wald als besonderer Ort der Erholung zugute, der zusätzlich sogar unsere Gesundheit positiv beeinflussen kann.

Intensive Nutzung fördert Artensterben

Alte Buchenwaldbestände und Mischwälder sind besonders wertvoll. Sie dienen unzähligen bedrohten Tier- und Pflanzenarten als unentbehrlicher und einzigartiger Lebensraum.

Längst ausgestorbene Wildtiere wie Luchse, Wildkatzen und sogar Wölfe nehmen die Bemühungen zahlreicher Naturschutzorganisationen und Umweltschutzverbänden dankend an und siedeln sich dort, wo die Voraussetzungen geben sind, erfreulicherweise auch wieder in Deutschlands Wäldern an. Sie erobern sich ihr einstiges Territorium sozusagen auf leisen Sohlen zurück.

Trotz positiver Entwicklungen kritisieren Umweltverbände weiterhin einen erheblichen Mangel an naturnahen Wäldern in Deutschland. Zu diesem Schluss kommt auch eine Studie des Bundesamts für Naturschutz. Weniger als zwei Prozent der Waldflächen sind Naturwälder und bleiben sich selbst überlassen. Der Rest wird durch die Forstwirtschaft intensiv genutzt, was sich alarmierend auf die Entwicklung der Artenvielfalt auswirkt. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sind stark vom Aussterben bedroht, da sie kaum noch naturnahe Wälder mit artgerechtem Lebensraum vorfinden.

Aufgeräumte Wälder durch Heizen mit Holz

Um den rasant wachsenden Bedarf an Brennholz und Holzpellets bedienen zu können, entstehen zunehmend aufgeräumte und sterile Wälder. Alt- und Totholz sind kaum noch vorhanden, da nun fast alles in der Holzindustrie Verwendung findet. Demnach wird dem Wald kontinuierlich mehr Holz entnommen als nachwachsen kann. Die Gleichung vom nachwachsenden und ökologischen Brennstoff Holz gerät mehr und mehr in die Schieflage, mit fatalen Folgen für das gesamte fragile Ökosystem.

Hinzu kommt, dass das verstärkt zum Einsatz kommende schwere Gerät, eine dauerhafte Schädigung des Waldbodens verursacht. Die Krümmelung des Bodens wird dadurch langfristig zerstört. Somit kommt es zu einer Verdichtung der feinen Bodenstruktur, was wiederum eine Verringerung der Wasserspeicherfähigkeit zur Folge hat. Eine ausreichende Belüftung des Bodens ist nun nicht mehr gegeben, wodurch der Baumbestand geschwächt und nachhaltig geschädigt wird. Demzufolge werden Deutschlands Wälder immer anfälliger gegenüber Stürmen und Schädlingen sowie den erschwerenden Umweltbedingungen durch den Klimawandel.

Naturwälder mit Totholzinseln von Nöten!

Aufgrund des alarmierenden Rückgangs der biologischen Vielfalt ist es dringend erforderlich, naturnahe und strukturreiche Wälder zu fördern, statt den Fokus lediglich auf die Effizienz der dominierenden Wirtschaftswälder als Holz- und Energielieferant zu lenken. Dass dringender Handlungsbedarf besteht, belegen auch die Studienergebnisse des Bundesamts für Naturschutz.

Immer wieder fordern Umweltorganisationen von der Politik Maßnahmen für eine natürliche Waldentwicklung, um dem rasant voranschreitenden Verlust der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken. Tiere und die Natur mögen keine aufgeräumten Wälder. Um Artenvielfalt zu fördern und zu erhalten, bedarf es der Flächenausweitung lebendiger Naturwälder mit Totholzinseln, die man sich selbst überlässt.

Nur durch intensiven Waldschutz und Ausweitung von Nationalparks lässt sich das rasante Artensterben aufhalten. Tiere benötigen strukturvolle Wälder mit Totholzinseln und Rückzugsrefugien als notwendige Lebensgrundlage. Immerhin zählt Deutschland zu den Buchenwald-reichsten Ländern Europas. Das ist ein einzigartiger Schatz, den es auch für unsere Folgegenerationen zu schützen und zu wahren gilt.


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5 Gedanken zu “Artenreichtum durch Waldschutz

  1. Maria

    Und was dabei wieder und wieder vergessen wird:
    Wir Menschen nehmen all die Energien, Feinstoffe, Pollen, kleinste Teilchen, ... die in der gesunden natürlichen Waldluft herumschwirren über unsere Lungen und auch die Haut auf und fördern so das eigene Wohl-SEIN, aktivieren das Immunsystem und die gesamte körperliche-seelische Gesundheit.

    Während Naturvölker, die im Einklang MIT der Naturvölker leben selbst ein viel lebendigerer und vielfältigerer Organismus sind, ähneln die meisten Europäer und Amerikaner mittlerweile einem sterilen mit bakteriziden Deos und Seifen bearbeiteten Labor - sie sind "tot".

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