Asbest – Die tödliche Gefahr nimmt kein Ende

Asbest - ein hochgiftiges Mineral
FOTO: Jan Tornack / pixelio.de

Obwohl die Anwendung und Verarbeitung von Asbest in der EU längst verboten ist, besteht nach wie vor die Gefahr durch Asbest krank zu werden.

Die Verarbeitung von Asbest, das man früher gerne auch als Wunderfaser bezeichnete, fand in den 60er und 70er Jahren ihren Höhepunkt. Das hochgiftige Mineral ist bei Berufsgenossenschaften zwar als Verursacher von Berufskrankheiten anerkannt, doch viele Betroffene müssen jahrelang um die Anerkennung ihrer Erkrankung kämpfen.

Durch die lange Wirkdauer der mineralischen Fasern, erkranken jährlich 3500 Menschen neu und es ist damit zu rechnen, dass auch zukünftig viele Todesfälle auf das Konto von Asbest zu verbuchen sind. Zwischen dem Kontakt mit dem giftigen Staub und dem eigentlichen Krankheitsausbruch können 30 bis 40 Jahre vergehen.

Asbest löst folgende Erkrankungen aus:

  • chronische Atemwegserkrankungen
  • Asbestose (Staublunge)
  • Rippenfellkrebs
  • Bauchfellkrebs
  • Kehlkopfkrebs
  • Lungenkrebs
  • Asbest - lauert überall

    Asbest ist ein natürlich vorkommendes Mineral, das aus feinen faserförmigen Silikaten beschaffen ist. Auf Grund seiner einst vielfältigen geschätzten Eigenschaften wie z. B. Feuerfestigkeit, Isolationsfähigkeit, Säurebeständigkeit und Stabilität, wurde Asbest in der Vergangenheit von der Industrie entsprechend häufig verarbeitet. Asbest fand zwischen den 1950er und 1980er Jahren unter anderem in der Bau- und Autoindustrie als Brandschutz, in Elektrogeräten, Heizungen wie auch in Fußbodenbelägen rege Anwendung.

    Experten vermuten, dass noch heute rund 60 Prozent, möglicherweise liegt der Prozentsatz auch höher, aller Altbauten mit dem natürlich vorkommenden und krebserregenden Umweltgift belastet sind. Es ist davon auszugehen, dass Asbest in den 60er und 70er Jahren ebenfalls in vielen deutschen Schulgebäuden verbaut wurde. Demzufolge sorgen immer wieder Negativmeldungen über Asbest-Alarm an Deutschlands Schulen für Schlagzeilen.

    Das frühere Anwendungsspektrum von Asbest ist breitgefächert, demzufolge bergen Sanierungen von Altbauten gefährliche Gesundheitsrisiken. Laut einer Zusammenstellung der Stiftung Warentest wurde Asbest beispielsweise in

  • Dachabdeckungen
  • Fassadenverkleidungen
  • PVC-Bodenbelägen
  • Vinyl-Wandverkleidungen
  • Nachtspeicherheizungen
  • Heizungsverkleidungen
  • Fensterbänken und Blumenkübeln
  • als Hitzeschutz hinter Öfen und Kaminen
  • als Brandschutz in Lüftungskanälen
  • verarbeitet.

    Das Problem um die Tod-bringende Faser, ist trotz des seit 1993 in Deutschland bestehenden Anwendungsverbots, nicht beseitigt. Das Tückische an Asbest ist, dass man das Vorhandensein weder mit bloßem Auge erkennen noch riechen kann. Nach wie vor ist das Risiko hoch, an den Folgen einer Asbesterkrankung zu sterben. Denn das früher in großen Mengen verbaute giftige Mineral, kann auch heute noch seine negative Wirkung freisetzten, beispielsweise durch Witterungseinflüsse oder im Zuge von Sanierungsarbeiten, da die einst gebundenen Mineralfasern dadurch freigesetzt und zur tödlichen Gefahr werden können.

    Asbest-Opfern steht oft ein langer Kampf bevor

    Menschen, die durch Asbest erkrankt sind, müssen häufig jahrelang darum kämpfen, um von Berufsgenossenschaften und Versicherungen als Asbest-Opfer anerkannt zu werden. In Deutschland liegt die Beweislast bei den Betroffenen, um einen Zusammenhang zwischen bestehender Erkrankung und Asbest nachzuweisen, was für Asbest-Opfer schier unmöglich ist. Für Berufsgenossenschaften geht es um viel Geld, denn ein anerkannter Fall kostet sie rund 350.000 Euro. Demzufolge wird ein Großteil der Entschädigungsanträge von Versicherungen und Berufsgenossenschaften abgelehnt. Vielen Patienten fehlt die Kraft, um den zermürbenden Kampf gegen Berufsgenossenschaften und Versicherungen durchzustehen oder sie versterben vor Ende des Verfahrens.

    Experten sehen den Höhepunkt der Erkrankungshäufigkeit erst in den nächsten Jahren auf uns zukommen. Die Zeitbombe tickt also unaufhaltsam weiter und es scheint, als nehme die tödliche Gefahr durch Asbest kein Ende.

    Literatur:
    ARD Plusminus: Gefährliches Asbest
    SWR-Fernsehen: Asbest Die unterschätzte Gefahr
    Stiftung Warentest: Asbest: Die versteckte Gefahr

    Weitere Artikel zum Thema:
    Renovieren in der Schwangerschaft: Umweltgifte können krank machen!
    Mikroplastik – globale Gefahr für Umwelt und Gesundheit
    MCS – Soziales Aus durch Fehldiagnosen forciert

    Schreib einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *