Der Weißstorch – Eleganz auf Stelzenbeinen

Weißstörche beim Klappern

Weißstörche sind anmutige und elegante Schreitvögel mit überwiegend weißem Gefieder, lediglich die Schwungfedern und Teile der Oberflügeldecken haben schwarze Federn. Ihre roten Schnäbel und die langen roten Stelzenbeine verleihen ihnen ein beeindruckendes Erscheinungsbild. Weißstörche gelten in der Bevölkerung als Glücksbringer und Frühlingsboten.

Die Rückkehr aus ihren südlichen Überwinterungsgebieten wird jedes Frühjahr von vielen Tier- und Naturfreunden sehnsüchtig erwartet. Ihr Ankommen vermittelt das Gefühl, dass der Frühling nun nicht mehr lange auf sich warten lässt. Wärmere Winter und die dadurch bedingten veränderten Flugrouten führen dazu, dass die Störche tendenziell immer früher aus ihren Winterquartieren zurückkommen.

Nistplatztreuer Klapperstorch

Da sich der Weißstorch durch Klappern verständigt, wird er gerne als Klapperstorch bezeichnet. Bei der Begrüßung des Partners auf dem Nest und als Balzritual, ist das laute Schnabelklappern in der Natur zu hören. Meister Adebar, wie der Weißstorch im Volksmund ebenfalls genannt wird, zählt als nistplatztreu. Wie man weiß, nehmen es die Langstreckenzieher mit der Partnertreue nicht ganz so genau. Die Männchen eröffnen die Saison und treffen im Frühjahr zuerst auf den Nistplätzen ein, vorzugsweise wählen sie wieder das Nest aus dem Vorjahr. Die Weibchen folgen in der Regel nach kurzer Zeit.

Elegante Segler der Lüfte

Männchen und Weibchen sind kaum voneinander zu unterscheiden. Der Schnabel der Männchen ist etwas länger und stärker ausgeprägt. Die Schnäbel der Jungen sind anfangs grau-schwarz gefärbt, so dass man sie gut von den Altvögeln unterscheiden kann. Nasskaltes Wetter stellt eine Gefahr für Storchenjunge dar, das häufig zu Verlusten führt. Weißstörche haben eine ungefähre Flügelspannweite von 2 Metern. Das Flugverhalten des Weißstorchs wirkt durch das elegante Segeln mit gerade ausgestrecktem Hals, sehr anmutig. Weißstörche brüten gerne in der Nähe des Menschen auf Hausdächern, Strommasten, Türmen, in Bäumen, nutzen aber auch für sie eigens errichtete Vorrichtungen. Ab April bebrüten Weibchen und Männchen gemeinsam ihre Eier. Die Brutzeit beträgt ca. 33 Tage, aus denen zwischen 3 bis 5 Junge hervorgehen, die ihre Kinderstube nach etwa 2 Monaten verlassen und dann gemeinsam mit ihren Eltern durch die Lüfte fliegen. Ab Mitte August starten zuerst die Jungvögel gen Süden in ihr Winterquartier, die Eltern folgen später.

Mangel an Lebensraum bedroht Bestände

Weißstörche mögen keine aufgeräumte Natur, stattdessen benötigen sie offene Kulturlandschaften mit Feuchtwiesen, Flussniederungen und Auen als natürlichen Lebensraum. Ebenfalls sind sie auf extensiv genutzte Weiden- und Wiesenflächen angewiesen, um ausreichend Nahrung zu finden. Die eleganten Schreitvögel leiden erheblich an der Übernutzung der Natur. Durch Trockenlegung von Feuchtgebieten und die intensiv betriebene Landwirtschaft, finden Störche kaum noch geeignete Umweltbedingungen vor. Der verstärkte Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden führt dazu, dass die Zahl ihrer Beutetiere beträchtlich schwindet. In Überschwemmungsgebieten mit Feuchtgebieten fühlen sich Weißstörche sichtlich wohl, denn hier ist für sie ausreichend Nahrung vorhanden. Auf ihrer Speisekarte stehen Fische, Frösche, Reptilien, aber auch Mäuse und diverse Insekten.

Der Weißstorch wurde 1984 und 1994 zum Vogel des Jahres benannt, da die Populationen in Deutschland mit damals nur noch ca. 3000 Brutpaaren stark rückläufig waren. Seit Anfang der 90er Jahre ist eine positive Trendwende zu verzeichnen. Dank der mühevollen Arbeit von Umwelt- und Naturschutzorganisationen erholen sich die Bestände der beliebten Frühlingsboten gebietsweise wieder. Dennoch bedarf es weiterer Schutzmaßnahmen, da der Lebensraum der eleganten Schreitvögel, mitsamt ihrer Nahrungsquellen, auch weiterhin bedroht ist.

Literatur:
NABU: Der Weißstorch - Die wichtigsten Fakten im Überblick
NABU: Der Weißstorch - Vogel des Jahres 1984 und 1994

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