Der Feldhamster ist massiv vom Aussterben bedroht!

Der Feldhamster ist akut vom Aussterben bedroht.
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Der Feldhamster gehört zur Familie der Nagetiere und wurde früher als Plage angesehen, da er so zahlreich vorkam. Früher wurden sogar Kopfprämien ausgesetzt, um die Bestände zu reduzieren. Kaum zu glauben, aber auch Kinder wurden an der Hetzjagd auf die hübschen Feldbewohner mit eingebunden. Vor dem Einsatz an Gift schreckte man ebenfalls nicht zurück, um den Eichhörnchen-großen Nager zu bekämpfen.

Rote Liste: Feldhamster ist akut vom Aussterben bedroht!

Von Landwirten wird der Feldhamster als Getreideschädling angesehen. Der ungebremst stattfindende Flächenverbrauch sowie die Monotonie der Landwirtschaft, unter Einsatz hochtechnisierter Ernteapparate, sind maßgeblich an der Bestandsreduzierung beteiligt. So ist es nicht verwunderlich, dass der Feldhamster in der Roten Liste als akut vom Aussterben bedrohte Tierart zählt.

Buntestes Pelztier Europas

Der einheimische Feldhamster ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Einzelgänger, den man deshalb tagsüber nur äußerst selten in der Natur zu Gesicht bekommt. Er gräbt sich Gangsysteme mit mehreren Eingängen in Löß- und Lehmböden. Seinen aus mehreren Zimmern bestehenden Bau bewohnt der Eigenbrötler alleine. Die Männchen dürfen die Weibchen dort lediglich zur Paarungszeit besuchen. Durch das in vielen unterschiedlichen Schattierungen gefärbte Fell, gilt der Feldhamster als das bunteste Pelztier Europas.

Mutige Nager

Der Feldhamster verfügt über einen ausgeprägten Geruchssinn und ausgesprochen gutes Gehör. Diese Eigenschaften sind seine Lebensversicherung, denn durch seine gut funktionierenden Sinne kann er seine Feinde frühzeitig erkennen und durch die angelegten Fallröhren, in seinen Bau flüchten. Doch auch in gefährlichen Situationen weiß sich der kleine Nager auf beeindruckende Art und Weise zu verteidigen. Um größer zu erscheinen, stellt er sich auf seine Hinterpfoten und plustert seine Backentaschen auf. Mit zähneknirschendem und knurrendem wie auch zischendem Drohverhalten, versucht er seine Feinde zu beeindrucken und springt sie mitunter sogar mutig an. Seine markanten Schneidezähne wachsen ein Leben lang an Ober- und Unterkiefer nach

Hamstern für den Winter

Der possierliche Feldhamster ist ein Allesfresser, denn er ernährt sich äußerst vielseitig. Neben Getreidekörnern stehen u. a. Wildkräuter, Gräser, Möhren, Kartoffel, Kohl, Mais aber auch Tierisches, wie Insekten, Regenwürmer, Jungvögel und gelegentlich Feldmäuse auf seinem reichhaltigen Speiseplan. Seine Nahrungsvorräte transportiert er in seinen großen Backentaschen und deponiert sie im Bau. Feldhamster benötigen zum Überleben einen Wintervorrat an Pflanzenmaterial und Getreidekörnern von bis zu 4 kg oder mehr. Während des Winterschlafs in seiner Schlafkammer senkt der Nager seine Körpertemperatur herab, wodurch seine Körperfunktionen und auch der Nahrungsbedarf gesenkt werden. Er wacht an den Stoffwechsel angepasst nur alle paar Tage zum Fressen auf.

Feldhamster sind fruchtbare Gesellen

In guten „Hamsterjahren“ werden die Weibchen sogar zweimal trächtig und können in ihren Würfen zwischen 4 – 12 Junge hervorbringen. Die Jungen sind nach der Geburt schon recht bald selbstständig und können ihre Kinderstube bereits nach ca. 4 Wochen verlassen. Nach ungefähr einem viertel Jahr sind sie fortpflanzungsfähig.

Nach der Getreideernte schwindet das Nahrungsangebot der Feldhamster urplötzlich dahin und es beginnt für sie eine harte Zeit, die viele nicht überleben. Erschwerend kommt hinzu, dass es ihnen auf den verbleibenden Stoppelfeldern an Deckungsmöglichkeiten vor ihren Feinden wie Greifvögel, Marder, Iltis und Fuchs fehlt. Die Problematik wird durch unsere aufgeräumte Natur verschärft, in der Unterschlupfmöglichkeiten wie Hecken, begrünte Ackerraine und Gräben, auf Grund unserer komplett auf moderne Apparatetechnik ausgelegten intensiven Landwirtschaft, immer seltener werden. Der Trend zu immer großflächigeren Feldern verstärkt die hamsterfeindlichen Lebensbereiche. Der fortwährende Ausbau des Straßennetzes, der die Unterteilung bzw. Verkleinerung ihrer Lebensbereiche nach sich zieht, ist ebenfalls als nicht unerheblicher Feind des schönen Pelztieres anzusehen.

Nachhaltiger Ackerbau ohne Pestizide und Kunstdünger

Umwelt- und Naturschutzverbände arbeiten derzeit mit Landwirten an gemeinsamen Hamsterschutzprogrammen, um den Bestand der Feldhamster zu stabilisieren. Allerdings ist es nach wie vor problematisch, die Interessen der Landwirte mit denen des Tierschutzes zu vereinen. 'Erntestreifen' oder eine seltenere Bearbeitung des Bodens in geringerer Tiefe werden diskutiert. Dies käme nicht nur den Feldhamstern sondern auch Fasanen, Feldlerchen und Rebhühnern zu Gute, so der WWF.

Ebenso wäre die Förderung des Ökolandbaus nicht nur den vom Aussterben bedrohten Feldhamstern dienlich. Nachhaltiger Ackerbau ohne Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden, steigert die Artenvielfalt an Wildkräutern, Insekten und anderen Lebewesen um ein Vielfaches. Natur- und Umweltschutz müssten viel intensiver von allen Verantwortlichen forciert werden, damit Feldhamster & Co. in der Natur eine Überlebenschance haben und uns wie auch unseren Folgegenerationen erhalten bleiben.

Literatur:
WWF: Ausgepfiffen - WWF-Report: Intensiv-Landwirtschaft verschuldet dramatischen Artenschwund in Deutschland

4 Gedanken zu “Der Feldhamster ist massiv vom Aussterben bedroht!

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  2. Thomas

    Der Feldhamster geht auch deshalb vor die Hunde, weil er sich einfach nicht an die Behördenanweisungen halten will. Die schreiben nämlich der Landwirtschaft Ausgleichsflächen vor und die Landwirtschaft richtet diese auch ein. Nur dummerweise sind die Ausgleichsflächen keine Feldhamstergebiete und der dämliche Feldhamster kann die Behördenanweisungen, dass er doch gefälligst auf die Ausgleichsflächen ziehen soll, nicht lesen...

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