Nationalpark Hunsrück-Hochwald: Naturschutz für die Wildnis von morgen

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FOTO: © Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten - Mainz: www.nationalpark.rlp.de

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist der erste Nationalpark der beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und dem angrenzenden Saarland. Am Pfingstwochenende wird er mit einem dreitägigen Fest offiziell eröffnet. Das Nationalparksamt in Birkenfeld hat bereits am 17. März die Arbeit aufgenommen.

Zu den verantwortungsvollen Tätigkeiten der dort zukünftig arbeitenden Mitarbeiter zählt unter anderem die zeitnahe Umsetzung des international gültigen Qualitätskriteriums von Nationalparks. Dieses besagt, dass 75 Prozent der Schutzfläche möglichst nutzungsfrei zu gestalten sind und die Natur sich selbst zu überlassen ist, damit sich dort Wildnis entwickeln kann. Ebenfalls erstrebenswerte Aufgabenbereiche sind die Schaffung von Strukturen für einen nachhaltigen Tourismus und die Stärkung strukturschwacher Regionen wie auch die Förderung des Bewusstseins in der Bevölkerung für die nachhaltige Bedeutung des Umwelt- und Naturschutzes.

Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist der 16. Nationalpark Deutschlands

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist der 16. Nationalpark Deutschlands. Er wurde auf Initiative des Bundeslandes Rheinland-Pfalz ins Leben berufen und wird nun zusammen mit dem Saarland länderübergreifend umgesetzt, wobei sich der überwiegende Flächenanteil von 90 Prozent in Rheinland-Pfalz und 10 Prozent im Saarland befinden. Das Gebiet des zukünftigen Nationalparks umfasst eine Größe von 10000 ha und entsteht ausschließlich aus Staatswald.

Hier sind außergewöhnliche Felsenlandschaften, seltene Moorgebiete und einzigartige Buchenwälder anzufinden. Rheinland-Pfalz hat einen Waldanteil von 42 Prozent und ist bezogen auf die Landesfläche das waldreichste Bundesland Deutschlands. Fast die Hälfte der Baumbestände des zukünftigen Nationalparks sind wertvolle Buchen, wobei 24 Prozent ein stattliches Alter von über 120 Jahren aufweisen. Als prägnant für die Region des Nationalparks Hunsrück-Hochwald gelten eine artenreiche Pflanzenwelt, Felslandschaften mit einzigartigen Quarzitschutthalden und Hangmoore, die als besonders bedeutsame Lebensräume für die biologische Vielfalt anzusehen sind, in denen seltene Tiere, wie die Wildkatze, durch die Wälder streifen.

Schutz heimischer Rotbuchen und Moore

Es obliegt in der Verantwortung Deutschlands, die weltweit einzigartigen alten Buchenwälder, in denen beispielsweise Wildkatzen, Luchse und Schwarzstörche leben, für unsere Folgegenerationen zu schützen und zu bewahren. Denn Buchen haben nur noch einen verschwindend geringen Anteil der gesamten Waldfläche. Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald wächst vor allem die nur in Europa heimische Rotbuche. Sie soll besonders geschützt werden und sich zu alten Bäumen entwickeln dürfen, um ebenfalls als Totholz einen bedeutungsvollen Platz im Ökosystem Wald einzunehmen. Immerhin können Rotbuchen das stattliche Alter von 400 Jahren erreichen, wenn man sie lässt und nicht zuvor in der Holzwirtschaft nutzt.

Totholz ist unschätzbar wertvoller Lebensraum für unzählige Lebewesen wie Moose, Flechten, Pilze und dient vielen Tieren gleichzeitig als Versteckmöglichkeiten. Insekten wie die Holzbiene und Käferarten sind auf Totholzinseln im Wald angewiesen. Insbesondere ist das Vorkommen von stehendem Totholz mit Baumhöhlen für seltene Vogel- und Spechtarten, wie beispielsweise den Dreizehenspecht, unabdingbar. Totholz erhält den Waldboden gesund und bildet Humus für zukünftig nachwachsende Baum- und Pflanzenarten.

Ziel der Nachhaltigkeit

Im Gebiet des zukünftigen Nationalparks sind neben der Schönheit der Natur auch alte Kulturdenkmäler und Kulturschätze der Kelten und Römer anzufinden, auf die sich die Besucher freuen können. Denn Besucher sind erwünscht. Nur in besonders ausgewiesenen Schutzzonen ist ihnen nicht erlaubt, die Wege zu verlassen.

Seitens des Nationalparkamts und der angestellten Ranger, gilt es nun den schwierigen Spagat zwischen Wahrung von Umwelt- und Naturschutz umzusetzen. Von nun an heißt es die Schaffung von Wildnis und Rückzugsgebieten, zur Erhaltung bzw. Entwicklung von Artenvielfalt sowie die Umsetzung von nachhaltigem Tourismus, in Verbindung mit ökologisch vertretbaren Besucherzahlen, in Einklang zu bringen.

Erfreulicherweise dauert es bis zur langersehnten Eröffnung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald an Pfingsten nicht mehr lange. Umweltschützer und Naturfreunde dürfen gespannt sein, wie sich die Wildnis in der unter Naturschutz gestellten Region, mit der Zeit entwickelt.

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein nachhaltiges Naturschutz-Projekt für die Wildnis von morgen.

Herzlichen Dank an das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten in Mainz, für die freundliche Genehmigung, das Fotos in diesem Artikel verwenden zu dürfen!

Literatur:
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten
BUND für Umwelt und Naturschutz
SWR Fernsehen - Landesschau Aktuell Rheinland-Pfalz

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