Nationalpark Hunsrück-Hochwald: Stationen der Entstehungsgeschichte

Pilze

Die Gründung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald liegt einem Beschluss der rot-grünen Landesregierung 2011 zugrunde und hat bisher einen langen Weg der Entstehungsgeschichte zurückgelegt. Recht bald nach der Beschlussfassung zog man in Erwägung, das angestrebte Unterfangen in Zusammenarbeit mit dem Saarland anzugehen.

Dabei stand die Vereinbarkeit von Naturschutz und Wahrung der Interessen der dort lebenden Menschen im zentralen Mittelpunkt. Bei Informations-
veranstaltungen im Vorfeld, hatten die Bewohner der betreffenden Regionen die Gelegenheit ihre Fragen und Bedenken, Anregungen und Kritikpunkte bei intensiven Gesprächen mit Experten vorzubringen und abzuklären.

Es wurden Bürgerarbeitskreise zu unterschiedlichen Fachbereichen gebildet. Deren Ausarbeitungen sind maßgeblich in die Entscheidungsvorbereitungen eingeflossen.

Den Wunsch nach mehr Bürgerbeteiligung nimmt man während der ganzen Entwicklungsphase ernst und versucht den unterschiedlichen Anliegen gerecht zu werden. Durch Schaltung eines Bürgertelefons sowie des Angebots eines Kontaktformulars und dem eigens eingerichteten Online-Dialog, hatten die Bürgerinnen und Bürger währenddessen die Möglichkeit ihre Anliegen und Ideen vorzutragen und sich in den laufenden Prozess mit einzubringen, damit die Möglichkeit zur Entwicklung eines gemeinsamen Lösungswegs gegeben war und erarbeitet werden konnte.

Die Menschen im Hunsrück haben sich laut Ausführungen der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken, in beachtenswertem Engagement an der Mitgestaltung des Nationalparks und der zukünftigen Entwicklung der Region beteiligt. Um auch die Interessen der Jugendlichen wahren zu können, hat man mit ihnen zur Meinungsbildung im Juli 2013 einen Besuch des Bayrischen Nationalparks unternommen.

Nun stellten die jeweiligen Projektgruppen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland ihre erarbeiteten Landeskonzepte vor, bei denen die bisherigen Anregungen auf Basis des zuvor niedergeschriebenen Eckpunktepapiers weitestgehend berücksichtigt wurden. Der Auftrag zur Gründung des Nationalparks im Hunsrück und Saarland wurde von den Umweltministerinnen Ulrike Höfken und Anke Rehlinger im Dezember 2013 offiziell entgegengenommen.

Das von der Landesregierung vorgelegte Landeskonzept bildete die Grundlage für die anstehende Abstimmung durch drei Verbandsgemeinden und 75 Ortsgemeinden der anliegenden Regionen sowie der beiden Landkreise Birkenfeld und Trier, ob sich diese für oder gegen einen Nationalpark entscheiden. Die Umsetzung des geplanten länderübergreifenden Nationalparks im Hunsrück und im Saarland traf zweifellos auf positive Resonanz, denn das Ergebnis der Abstimmung ergab eine mehrheitliche Zustimmung für den Nationalpark.

Im Anschluss daran wurden die rechtlichen Grundlagen und die erforderlichen Strukturen geschaffen. Ein zehnköpfiges Starterteam wurde im neu geschaffenen Regionalbüro im Forstamt Birkenfeld für den Aufbau des benötigen Netzwerks eingesetzt, das gleichzeitig als Ansprechpartner vor Ort tätig ist.

Der Name des zukünftigen grenzüberschreitenden Nationalparks wurde von der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken und dem inzwischen neuen saarländischen Umweltminister Reinhold Jost, am 12. März 2014 der Öffentlichkeit bekanntgegeben. Bürgernahe Transparenz und der Dialog mit den am Nationalpark interessierten Menschen waren weiterhin fester Bestandteil im Fortgang der Entwicklung des Projektes, bei dem man den Gestaltungsvorschlägen der Bürgerinnen und Bürger offen gegenüberstand. So fanden immer wieder öffentliche Termine mit Bürgerbeteiligung statt, bei denen man auch die Vor- und Nachteile und die Entwicklungsprognosen des angestrebten Nationalparks erörterte.

Am 4. Oktober 2014 unterzeichneten die Ministerpräsidentinnen der rheinland-pfälzischen und saarländischen Landesregierungen, Malu Dreyer und Annegret Kramp-Karrenbauer, in Saarbrücken den Staatsvertrag zum Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Im Laufe der weiteren Projektentwicklung, wurden im Dezember 2014 die ersten 16 Ranger des Nationalparks ernannt.

Das letzte formelle Hindernis, das es noch zu überwinden galt, war die Verabschiedung des Nationalparkgesetzes, dem der rheinland-pfälzische Landtag am 28. Januar 2015 zustimmte. Der saarländische Landtag hatte das Gesetz bereits verabschiedet.

Auf der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin wurde das zukünftige Nationalpark-Logo vorgestellt. Das Logo ist modern gestaltet und zeigt einen Wildkatzenkopf zusammen mit der grafischen Darstellung eines Keltenknotens. Beides ist kennzeichnend für die Region, wobei die Wildkatze die bedeutsame Rolle des Artenschutzes für bedrohte Tierarten symbolisiert, und der Keltenknoten die Verbindung zu den geschichtsträchtigen Spuren der Kelten darstellt, die im Hunsrück anzufinden sind.

Am 17. März 2015 nahm die Verwaltung durch das Nationalparkamt in Birkenfeld die Arbeit auf. Die offizielle Eröffnung des grenzüberscheitenden Nationalparks Hunsrück-Hochwald findet in einem dreitägigen Fest an Pfingsten statt.

Literatur und Quelle:
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten: Der Weg hin zum Nationalpark - Historie
SWR Fernsehen- Landesschau Aktuell Rheinland-Pfalz: Logo für Nationalpark vorgestellt - Wildkatzenkopf wirbt für Hunsrück-Hochwald

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