Natur entdecken – Schmetterlinge beobachten und bestimmen

Taubenschwänzchen im Schwirrflug am Sommerflieder

Schmetterlinge zählen wohl zu den beliebtesten Insektenarten in der Bevölkerung. Ihnen in der Natur beim Umherflattern und Nektar tanken auf Blüten zuzusehen, ist ein wohltuender Anblick und bereitet Freude, denn mit ihrer Leichtigkeit und Farbenpracht, verzaubern sie unsere Sinne. Schmetterlinge gibt es in großer Vielfalt in unzähligen Farben und Formen sowie in unterschiedlichen Arten. In Deutschland sind rund 3.700 Schmetterlingsarten anzufinden. Doch der Verlust der biologischen Vielfalt hat längst auch Schmetterlinge eingeholt.

Rückgang der Artenvielfalt durch Verlust von Lebensraum

Umweltgifte und der Klimawandel setzen ihnen zu. Aber auch die großflächigen Monokulturen, wie sie in der industriellen Agrarwirtschaft bewirtschaftet werden, und dem damit einhergehenden ständig steigenden Einsatz von Pestiziden sowie dem voranschreitendem Verlust von Lebensraum, wirken sich ungemein negativ auf ihre Artenvielfalt aus.


Zahlreiche Arten an Tag- und Nachtfaltern

Man unterscheidet Tag- und Nachfalter, Spanner und Eulen aber auch Schwärmer und Spinner. Von den rund 3.700 in Deutschland vertretenen Schmetterlingsarten zählen lediglich ungefähr 190 zu den Tagfaltern, den Löwenanteil nehmen Nachtfalter ein. Prägnant für Tagfalter sind ihre keulenförmig verdickten Fühlerenden. Im Gegensatz dazu sind die Fühlerspitzen der Nachtfalter nicht verdickt, sondern überwiegend gefiedert. Paradoxerweise gibt es auch tagaktive Nachtfalter, wie beispielsweise das an einen Kolibri erinnernde Taubenschwänzchen.

Ebenfalls markant für Tagfalter sind die auffallenden Facettenaugen sowie ihr Saugrüssel, mit dem sie Blütennektar tanken und den sie in Ruhestellung aufrollen können. Tagfalter verfügen größtenteils über eine buntgefärbte Flügelzeichnung, die häufig erst durch Lichtbrechung ihrer dicht mit Farbpigmenten beschuppten Flügel, zustande kommt. Im Laufe ihres kurzen Lebens verlieren Schmetterlinge teilweise ihre Schuppen, was dazu führt, dass die Ränder ihrer Flügel verfranzen und ihre Farbenpracht zunehmend verblasst.

Viele Schmetterlingsarten sind im Bestand bedroht

Die Bestandsentwicklung von Schmetterlingen gilt als Indikator, wie es um die Umwelt bestellt ist. Oder anders ausgedrückt, zahlreiches Vorhandensein spricht für eine intakte Umwelt. Leider sieht die Realität alles andere als umweltfreundlich aus. In Deutschland ist der Großteil der Schmetterlingsarten im Bestand bedroht, da sich die Umweltbedingungen zunehmend lebensfeindlich entwickeln. Viele Schmetterlingsarten werden in der Roten Liste der bedrohten Arten geführt, nur noch einige wenige Arten sind hierzulande nicht bestandsgefährdet.

Unsere aufgeräumte strukturarme Natur fordert unverkennbar ihren Tribut. Die besorgniserregenden Folgen sind neben dem fortwährenden Verlust von Lebensraum, die Begebenheit, dass nicht nur Bienen, sondern auch Schmetterlinge nicht mehr genügend Futterpflanzen in der Umwelt vorfinden.

Tagfalter-Monitoring belegt dringenden Handlungsbedarf

Seit 2005 beteiligen sich Freiwillige in ganz Deutschland am Tagfalter-Monitoring Deutschland, kurz TMD genannt. Sie zählen Schmetterlinge und melden die entsprechenden Daten zur Auswertung. Im Ausland findet das Schmetterling-Monitoring in einigen Ländern bereits über einen deutlich längeren Zeitraum statt. Die Untersuchungsergebnisse dieser Studie verdeutlichen, dass sich die Umweltbedingungen sowie die Bestände der Schmetterlinge kontinuierlich verschlechtern.

Um dem Verlust der biologischen Vielfalt auch in Bezug auf die negative Bestandsentwicklung von Schmetterlingen entgegenzuwirken, ist dringendes Umdenken und Handeln von Nöten, um die Natur wieder schätzen zu lernen. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten die langjährigen Schmetterlingsschutz-Aktivitäten des BUND. In die schätzenswerte Umweltbildung werden bereits Kindergärten und Grundschulen einbezogen.

Auch in diesem Jahr lädt die BUND-Kreisgruppe Mainz-Bingen zu zahlreichen Schmetterlingsveranstaltungen ein.
Zum GEO-Tag der Artenvielfalt findet für Familien beispielsweise eine Schmetterlingsexkursion im Auengebiet von Oppenheim statt, die zur Bestimmung und Dokumentation von Schmetterlingen und anderen Insekten, mit der BUND-Naturkindergruppe Bodenheim veranstaltet wird.

Literatur:
Ulmer Naturführer: Schmetterlinge - Die Tagfalter Deutschlands

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