Renovieren in der Schwangerschaft: Umweltgifte können krank machen!

schlafendes Baby
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Baumaterialien sind häufig mit Schadstoffen belastet
Verständlicherweise verspüren viele werdende Eltern den eingehenden Wunsch, das zukünftige Kinderzimmer neu, hübsch und freundlich zu gestalten. Liebevoll beschäftigt man sich mit den Details, bevor der neue Erdenbürger das Licht der Welt erblickt. Doch bevor mit der eigentlichen Einrichtung begonnen werden kann, steht zunächst häufig eine umfassende Renovierung> an.

Studie warnt vor Schadstoffen

Die Auswahl der zum Einsatz kommenden Materialien sollte umsichtig und mit Bedacht angegangen werden, um böse Überraschungen zu vermeiden. Denn nicht selten sind Baumaterialien stark mit Schadstoffen belastet, die die Gesundheit gefährden können. Dass bei Renovierungsarbeiten in der Schwangerschaft Wohnraumgifte in die Atemluft gelangen können, durch die das ungeborene Baby gesundheitlich geschädigt werden kann, ist den künftigen Eltern oftmals nicht bewusst.

Eine 2006 gestartete großangelegte Untersuchung von über 500 Familien, die während oder nach der Schwangerschaft renoviert hatten, liefert Anlass zur Besorgnis. Experten des Helmholtz-Instituts in Leipzig versuchten herauszufinden, ob Umwelteinflüsse, wie z. B. Schadstoffe in Baumaterialien, tatsächlich krank machen können. Sie forschten gezielt nach möglichen Auswirkungen auf das Ungeborene Leben.

Gesundheitsgefahr durch Laminat und Teppichboden

Die Ergebnisse der umfangreichen Studie sind alarmierend, denn nach einer Renovierung treten häufig schwere Atemwegserkrankungen, Bronchitis, Asthma und sogar Vergiftungserscheinungen auf. Insbesondere die Verlegung von Laminat und Teppichböden hatten die stärksten Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern. Wurden die Renovierungsarbeiten während der Schwangerschaft ausgeführt, stellten die Wissenschaftler ein fünffach erhöhtes Risiko für die Entstehung derartiger Erkrankungen bei Kindern fest.

Laminat - schemmi / pixelio.de
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VOC und weitere Umweltgifte schädigen ungeborenes Leben

Besonders flüchtige organische Verbindungen (VOC), können die Entwicklung des Immunsystems des noch ungeborenen Kindes, bereits im Mutterleib schädigen und gesundheitliche Spätschäden wie Allergien, Neurodermitis und Asthma hervorrufen. Häufig sind Fußbodenbeläge und Klebstoffe damit belastet. Neben Teppichböden, Laminat und PVC können Farben, Lacke, Klebstoffe und Möbel, aber auch Reinigungsmittel Umweltgifte in die Raumluft abgeben. Häufig ist gerade der spezielle „neue“ Geruch ein Hinweis auf eine mögliche Chemikalienbelastung.

Beim Renovieren auf schadstoffarme Produkte achten!

Unabhängig von einer bestehenden Schwangerschaft ist generell zu empfehlen, beim Renovieren auf lösungsmittelfreie und schadstoffarme Produkte zu achten! Das Baby sollte keinesfalls in ein frisch renoviertes neues Zuhause einziehen. Wissenschaftler raten werdenden Eltern sogar eindringlich dazu, mit einer anstehenden Renovierung zu warten, bis der Nachwuchs mindestens drei Jahre ist!
Ansonsten kann das Kind durch Umweltgifte gesundheitlich geschädigt werden. Ältere Kinder und Erwachsene können durchaus ebenfalls durch Umweltgifte beim Renovieren erkranken, sie sind jedoch weitaus weniger betroffen. Die Gesundheit des ungeborenen Lebens im Mutterleib, ist hingegen am stärksten gefährdet.

Literatur:
WDR: markt-Scanner: Renovierung - Wenn Schadstoffe krank machen
Helmholtz Zentrum für Umweltforschung UFZ: Schwerpunktthema Juli 2013 - Allergien durch Chemikalien

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