Torffreie Pflanzenerde: Umwelt- und Klimaschutz im Garten

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Endlich ist Frühling und die Gartenzeit hat uns wieder! In den Gartencentern tummelt sich die Kundschaft und überall wird fleißig gepflanzt und verschönert, um es nach dem Winter im Garten endlich wieder bunt erblühen zu lassen. Nachhaltig und empfehlenswert wäre es nun, die emsigen Aktivitäten im Garten ökologisch und umweltfreundlich anzugehen. Denn häufig ist man sich nicht dessen bewusst, dass man beim Gärtnern auch ohne Verwendung von umweltschädlichen Pflanzenschutzmitteln, der Umwelt und Natur nachhaltigen Schaden zufügen kann. Kaum zu glauben, aber Umwelt- und Klimaschutz lässt sich mit Leichtigkeit im eigenen Garten umsetzen!

Moorbiotope sind wertvolle Ökosysteme

Die Auswahl der Blumenerde übernimmt dabei einen wichtigen Stellenwert! Denn mit der Verwendung von torffreier Pflanzenerde leistet man einen beachtlichen Beitrag zum Umweltschutz, und dies weit über die Grenzen des eigenen Territoriums hinaus.

Hobbygärtnern fehlt häufig die Kenntnis, dass man sich beim Gebrauch von torfhaltiger Pflanzenerde maßgeblich an der Vernichtung wertvoller Ökosysteme beteiligt. Moorbiotope sind unschätzbar wertvoller Lebensraum für vielfältige seltene Tier- und Pflanzenarten. Um jedoch die rege Nachfrage nach Torf für den Gartenbedarf bedienen zu können, werden ganze Moorlandschaften großflächig zerstört. Der unwiederbringliche Verlust dieser seltenen Ökosysteme ist ein nichthinnehmbares Vergehen an der Natur.

Moore schützen vor Hochwasser

Torf hat eine lange Entstehungsgeschichte und ist als Vorstufe bei der Entstehung von Kohle, als eine wertvolle fossile Ressource anzusehen. Torf kann aus Pflanzenresten entstehen, die ständig mit Wasser überdeckt sind und nicht völlig verrotten. Somit sammeln sich über einen sehr langen Zeitraum immer dicker werdende Pflanzenschichten an, die sich letztendlich zu einer Moorlandschaft entwickeln können. Moore sind effektive Kohlenstoffspeicher und leisten einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Der Abbau von Torf und die daraus resultierende Trockenlegung der Moore, stellen eine extreme Umweltsünde dar.
Denn dabei werden immense Mengen Treibhausgase freigesetzt. Ebenfalls leisten Moore einen bemerkenswerten Hochwasserschutz, da sie beträchtliche Mengen an Wasser speichern können.

Bio-Erde bedeutet nicht zwangsläufig torffrei!

Der Bedarf an Torf wird auch durch Importe aus dem Ausland gedeckt, wenngleich der Löwenanteil des in Pflanzenerde verarbeiteten Torfs, aus Deutschland stammt. Natur- und Umweltschutzorganisationen sind heutzutage vielfach darum bemüht, trockengelegte Moore mit großem Aufwand wieder zu renaturieren.

Aufgrund der wasserspeichernden und bodenverbessernden Eigenschaften findet Torf weiterhin rege Verwendung in handelsüblicher Pflanzenerde. Allerdings sollte man wissen, dass torfhaltige Erde dazu führt, dass der Gartenboden mit der Zeit übersäuert. Statt der Verwendung von Torf, lässt sich durch Beimischung von Kompost, Rindenhumus, Holzfasern und Kokosfasern ein ähnlich positiver Nutzen erreichen. Allerdings weisen Kokosfasern auf Grund der langen Transportwege und dem damit verbundenen Energieaufwand, eine schlechtere Umweltbilanz auf. Auch bedeutet Bio-Erde nicht zwangsläufig, dass diese frei von Torf ist.
Um sicher zu sein, dass man auch tatsächlich zu torffreier Erde greift, gilt: Augen auf im Gartencenter! Denn es ist nachhaltig und ökologisch zugleich, sich für torffreie Blumenerde zu entscheiden.

Durch Verwendung von torffreier Pflanzenerde leistet man einen beachtlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz für unseren Planeten im eigenen Garten!

Der BUND für Umwelt und Naturschutz, Mainz, hat seinen Einkaufsführer für torffreie Gartenprodukte aktualisiert, den man auf der Homepage der Kreisgruppe herunterladen kann.

Literatur:
BUND für Umwelt und Naturschutz: Moore schützen – gewusst wie!
 

3 Gedanken zu “Torffreie Pflanzenerde: Umwelt- und Klimaschutz im Garten

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