MCS-Patienten: Ein Leben in der Armutsfalle

MCS führt häufig zum Verlust der sozialen Integrität
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Armut kennt viele Gesichter und betrifft immer mehr Menschen in Deutschland. Der Löwenanteil der Zeitarbeiter und Minijobber wird mit menschenunwürdigen Dumpinglöhnen bezahlt und muss mit Hartz-IV aufstocken, um den Lebensunterhalt überhaupt erst bestreiten zu können. Armut holt hierzulande immer mehr Menschen ein, auch diejenigen, die einst mit beiden Füßen fest im Berufsleben standen und sich das Schicksal, jemals selbst von Armut betroffen zu sein, so nie „erträumt“ hätten.

Der Verlust des Arbeitsplatzes und die derzeitigen gesellschaftspoltischen Rahmenbedingungen reichen in der heutigen Zeit vollkommen aus, um ohne Eigenverschulden in die Armutsfalle zu geraten.

Sozialer Abstieg durch Krankheit und Verlust des Arbeitsplatzes

Ein altes Sprichwort besagt „Jeder ist seines Glückes Schmied“, doch das nackte Leben lehrt uns eine ganz andere Wahrheit. Immer häufiger geraten Menschen ohne Eigenverschulden in den Teufelskreis von Armut. Heutzutage kann es ganz schnell zum Verlust des Arbeitsplatzes kommen. Länger andauernd oder chronisch krank zu werden, ist beispielsweise eine häufige Ursache für den Einstieg in den sozialen Abstieg. Vielen Umweltkranken wie z. B. MCS-Patienten widerfährt dieses leidvolle Schicksal nur allzu oft. Das bedeutet für die meisten Betroffenen ein Schritt in eine Sackgasse, ohne jegliche Aussicht dort jemals wieder herauszukommen.

Krank durch mangelnden Arbeits- und Verbraucherschutz

Auf Grund von mangelndem Arbeits- und Verbraucherschutz, erleiden unzählige Menschen durch Schadstoffexpositionen am Arbeitsplatz und / oder durch Wohnraumgifte wie auch durch Chemikalien in Alltagsprodukten, gravierende und zum Teil irreparable Gesundheitsschäden. Nur allzu oft werden die tatsächlichen Krankheitsursachen nicht erkannt bzw. hinterm Berg gehalten, was den Gesundheitszustand der Umweltpatienten weiterhin verschlimmert, von den sozialen und finanziellen Folgen ganz zu schweigen. Dadurch bedingte wiederkehrende Fehlzeiten und die schlechte gesundheitliche Verfassung der Betroffenen, führen in vielen Fällen zum Verlust des Arbeitsplatzes und viel schlimmer noch, vielfach sogar zum gänzlichen Verlust der Erwerbsfähigkeit.

Die Verursacher der Misere werden in den seltensten Fällen zur Rechenschaft gezogen. Die Anerkennung durch Berufsgenossenschaften bzw. Übernahme von Verantwortung durch die Hersteller schadstoffbelasteter Produkte, bleiben die große Ausnahme. Der finanzielle Ruin der Betroffenen ist somit vorprogrammiert. Sind die Geschädigten ohne Unterstützung ihrer Familie auf sich alleine gestellt, schnappt die Armutsfalle unaufhaltsam zu. Somit werden einst gesunde und am gesellschaftlichen Leben teilhabende Menschen, völlig ohne eigenes Verschulden zu gesellschaftlich isolierten Sozialleistungsempfängern und demzufolge aufs gesellschaftliche Abstellgleis manövriert.

Hartz IV für Umweltpatienten häufig unausweichlich

Ohne ausreichende finanzielle Mittel und einen fachkundigen Rechtsbeistand ist es für MCS-Kranke schier unmöglich, ihre berechtigten Ansprüche gegenüber Arbeitgeber und Behörden geltend zu machen. Somit ist Hartz IV für die meisten Umweltpatienten die unausweichliche Konsequenz. Die missliche finanzielle Lage der Betroffenen birgt zudem noch weitere Schattenseiten. Vielfach bestehen bei Umweltpatienten schwerwiegende Medikamentenunverträglichkeiten, so dass in den überwiegenden Fällen nur noch Naturheilpräparate und homöopathische Arzneimittel toleriert werden. Ebenso ist die Gabe von Vitaminen und Mineralien ein schwerpunktmäßiger Therapieansatz bei der Behandlung von MCS. All dies sind keine verschreibungspflichtigen Medikamente, so dass die Kosten von den MCS-Betroffenen selbst aufzubringen sind.

Doch all dem nicht genug, krankheitsbedingt dringend erforderliche Hilfsmittel, wie beispielsweise ein Luftreinigungsgerät, sind ebenfalls keine anerkannten Kassenleistungen. Auch hier schnappt die Kostenfalle zum gravierenden Nachteil der Betroffenen zu, denn die dringend benötigten Hilfsmittel sind für den Großteil der Umweltkranken völlig unerschwinglich. Eine mögliche Gesundheitsver- besserung bzw. die Option, den vorhandenen Gesundheitsstand dadurch halten zu können, rücken in weite Ferne.

Bedingt durch die gesundheitliche Verfassung liegen bei Patienten, die an Multipler Chemikalien Sensitivität leiden, weitere besondere Anforderungen an das Lebensumfeld vor, wie z. B. die Ernährung mit biologisch erzeugten Nahrungsmitteln und vielfach das Tragen von Öko-Bekleidung. All dies erfordert einen finanziellen Mehrbedarf, der nicht mehr aufzubringen ist.

Gesundes Wohnen für MCS-Patienten unabdingbar

Für MCS-Patienten ist gesundes Wohnen unabdingbar. Doch genau das stellt oft ein unüberwindbares Problem dar. Gesunder Wohnraum ist hierzulande nahezu ein Fremdwort. Ökologisches Bauen wird überwiegend mit Verwendung nachwachsender Rohstoffe, wie bspw. Holz oder wärmegedämmtem Wohnraum gleichgesetzt. In puncto schadstoffarmem Bauen steckt man in Deutschland noch in den Kinderschuhen, denn das Bewusstsein hierfür ist kaum vorhanden. Eine notwendige Wohnraumsanierung ist für Umweltpatienten mangels finanzieller Mittel kaum zu bewerkstelligen, abgesehen von ihrer eigenen gesundheitlichen Situation.

Politik am Zug

Durch die weiterhin allgemein vorherrschende Unkenntnis über die Umweltkrankheit Multiple Chemikalien Sensitivität, widerfährt vielen MCS-Patienten seitens Ärzten, Behörden und Sozialträgern fortwährend eine Fehleinschätzung ihres Gesundheitszustandes bzw. ihrer persönliche misslichen Lebenssituation. Dadurch bedingt erleben viele Betroffene unnötigerweise eine voranschreitende Verschlechterung ihrer Gesundheit und geraten unausweichlich in finanzielle Not. Sie müssen in Wohnungen leben, die für sie auf Grund ihrer Gesundheit und den folglich resultierenden besonderen Anforderungen an den Wohnraum, unzumutbar sind. Auch erhalten sie größtenteils nicht ihre dringend benötigten Hilfsmittel und können sich durch ihre missliche finanzielle Lage nicht ausreichend gesund mit Bio-Lebensmittel ernähren.

Dementsprechend weitet sich der Teufelskreis für Umweltpatienten immer weiter aus, was bedeutet, dass ihre verbliebene Restgesundheit unaufhaltsam dahinschwindet. Die Politik ist am Zug, um adäquate Rahmenbedingungen für die Betroffenen zu schaffen. Nur so kann unnötiges Leid und überflüssige Verschlechterung der Gesundheit sowie ebenfalls die Auswirkungen sozialer Ausgrenzung und des Lebens in Armut, für MCS-Patienten gelindert werden.

3 Gedanken zu “MCS-Patienten: Ein Leben in der Armutsfalle

  1. Die Politik ist doch schon auf(!) dem Zug. Er heißt Wachstum um jeden(!) Preis. Die Fiktion einer Fiktion, in die Form einer lebensfeindlichen Wirklichkeit gegossen.

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  2. Cource

    Wer solche Probleme hat, dem bleibt nur die frühverrentung und konsequente vegane Rohkost und Vermeidung von jeglichem Stress das wiederum erfordert sehr viel Verzicht und Entzug vom so genannten wohlstandsleben

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  3. Pingback:

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