Weichspüler: flauschig – duftig – giftig!

Waschmittel und Weichspüler enthalten häufig giftige Chemiklien.

Flauschig weiche Wäsche mit lang anhaltendem Duft, ist für die Mehrheit der Verbraucher nicht mehr wegzudenken. Dies spiegelt sich auch am breitgefächerten Angebot im Supermarkt wider. Aufgereiht wie Duftflacons, nimmt das Repertoire an Weichspüler immer mehr Platz in den Verkaufsregalen ein. Die Strategie der Hersteller scheint also voll und ganz aufzugehen, denn die Konsumenten verwenden Weichspüler heutzutage nicht nur um das Gefühl von geschmeidiger Wäsche zu erlangen, sondern sie assoziieren mit der inständig beworbenen „Aprilfrische“ und dem intensiven Dufterlebnis, auch die Steigerung des eigenen Wohlbefindens. Schaut man jedoch hinter die Kulissen der Werbeversprechen, bröckelt das Bild der heilen Welt und es eröffnet sich noch eine andere Seite, denn Weichspüler enthalten jede Menge Giftstoffe, die nicht „nur“ die Umwelt belasten.

Weiche Wäsche durch Chemie

Kaum jemand macht sich Gedanken darüber, dass die durch Weichspüler erzeugte Weichheit und die ausgeprägten Düfte, nicht mit Natürlichkeit in Einklang gehen, sondern der ganze Zauber aus dem Chemielabor kommt und die Inhaltsstoffe alles andere als harmlos sind. Zwar müssen die eingesetzten Tenside laut gesetzlichen Vorgaben der EU (Detergenzienverordnung EG/907/2006 von 2006), mittlerweile vollständig biologisch abbaubar sein, doch für Duftstoffe und weitere organische Inhaltsstoffe existieren bislang keine gesetzliche Regelungen zum Schutz von Umwelt und Gesundheit.

Schädlich für Umwelt und Gesundheit

Hinzu kommt, dass Weichspüler zum Wäschewaschen völlig überflüssig sind. Somit gelangen unnötigerweise bei jedem Waschvorgang giftige Chemikalien in die Umwelt, die gleichzeitig unabsehbare Gesundheitsrisiken bergen. Hinzu kommt, dass Duftstoffe die Kläranlagern passieren und sich ungebremst in der Umwelt anreichern und außerdem schwer abbaubar sind. In der Wissenschaft gelten polyzyklische Moschusverbindungen als besonders problematisch, da sie für Wasserorganismen hochtoxisch sind und hormonelle und krebserregende Wirkung zeigen. Im Tierversuch konnte nachgewiesen werden, dass künstliche Moschus-Duftstoffe lebertoxisch wirken. Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind zur Zeit nicht abschätzbar, da es zu wenige wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirkweise dieser Umweltgifte gibt.

Duftstoffe fördern Allergien - Kinder besonders gefährdet

Duftstoffe in Waschmittel und Weichspüler, deren Inhaltsstoffe seitens der Hersteller nicht einmal deklariert werden müssen, gelangen über die Haut und die Atemwege in den menschlichen Körper. Dort angekommen, breiten sich die Umweltgifte im Organismus aus und können sich im Fettgewebe einlagern sowie Allergien fördern und verstärken. Duftstoffe sind hochallergen und nehmen unter den Allergie-auslösenden Substanzen, den zweiten Platz hinter Nickel ein. Insbesondere Kinder sind gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Vielen Eltern sind die möglichen Risiken jedoch völlig unbekannt. So tragen bereits Babys und Kleinkinder weichgespülte und stark duftende Wäsche und schlummern in entsprechend riechenden Bettchen.

Mikrokapseln für noch mehr Frische

Doch damit nicht genug, die moderne Generation von Waschmittel und Weichspüler sorgt dafür, dass die Wäsche immer länger duftet. Das ist einer Technologie geschuldet, die Duftstoffe in Mikrokapseln aus Polymeren einbindet und zur Folge hat, dass der Duft bei allen damit ausgerüsteten Produkten deutlich länger anhält und sich noch besser in der Umgebung entfaltet. Somit reichern Konsumenten von derart ausgerüsteten Waschmittel und Weichspüler, durch die penetranten Duftfahnen, die sie verströmen, auch die Atemluft ihrer Mitmenschen massiv mit Duftstoffen an. Demzufolge werden zahlreiche Menschen, ohne eigenes Zutun, mit einschneidenden und zum Teil für sie unüberwindbaren Problemen konfrontiert.

Nachhaltig Waschen – Schadstoffe meiden

Da wir Tag täglich einer Vielzahl von Umweltgiften und Chemikalien ausgesetzt sind, denen wir uns nicht entziehen können, sollte man im persönlichen Umfeld Schadstoffe vermeiden, wo immer es geht.

Beispielsweise ließe sich durch nachhaltiges Waschverhalten mit Leichtigkeit die eigene Gesundheit und nebenbei die Umwelt schonen. Ob man hingegen dazu bereit ist unabsehbare gesundheitliche Risiken von weichgespülter Wäsche in Kauf zu nehmen, liegt bei jedem selbst, oder der besser gesagt „fast“. Denn Babys und Kinder können dies nicht einfach für sich selbst entscheiden. Das sollte man sich verinnerlichen, denn bekanntlich hat jeder von uns nur EINE Gesundheit, die es verantwortungsvoll zu schützen gilt.

Stattdessen ist die Tendenz dahingehend, dass immer mehr Konsumenten nach flauschig weicher Wäsche streben und sich im Gegenzug paradoxerweise mit Peelings, die für den besonderen Scheuereffekt häufig auch noch Mikroplastik enthalten, raue und abgestorbene Hautschuppen vom Körper schmirgeln oder mit Bürstenmassagen inständig versuchen die Durchblutung zu fördern, um unliebsame Celluite zu verbessern.

Demnach dürfte ohne Weichspüler gewaschene Wäsche und das infolgedessen vielleicht nicht ganz so weiche Handtuch, dem eigenen Wohlbefinden sicherlich nicht schaden, sondern durch den leichten, inklusiven Massageeffekt, vermutlich sogar steigern und die Haushaltskasse nachhaltig schonen.

Literatur:
Giftige Chemikalien im Weichspüler
Bild der Wissenschaft
ZDF WISO: Teuer oder billig: Vollwaschmittel

Weitere Artikel zum Thema:
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Mikroplastik – globale Gefahr für Umwelt und Gesundheit

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